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20. - 22. April 2021 // Nürnberg, Germany

MedtecLIVE und MedTech Summit Newsroom

Wie netzwerken Healthcare-Start-ups in Zeiten von COVID-19? Digital!

Zwei Menschen im Büro netzwerken am Bildschirm
© ©iStockphoto

COVID-19 treibt die digitale Transformation voran. Die Art, wie Menschen und Unternehmen miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten hat sich durch den Ausnahmezustand deutlich verändert. Gleichzeitig ist von der größten Wirtschaftskrise der jüngeren Zeit die Rede. Welche Auswirkungen hat die Krise auf MedTech-Start-ups? Und: Lässt sich das Netzwerken in Gänze durch digitale Alternativen ersetzen oder ist die physische Anwesenheit essentiell, um Kontakte zu knüpfen und einen Deal abzuschließen?

Katalysator für die Digitalisierung im Gesundheitswesen

Die Corona-Krise zeigt die Chancen auf, die eine zügige Digitalisierung bietet. „Ich sehe die aktuelle Situation als absoluten Katalysator für die Digitalisierung im Gesundheitswesen, weil die Menschen auf einmal feststellen, was man alles digital lösen kann und wie wenig physische Präsenz tatsächlich notwendig ist. Jede geschäftliche Reise, die man nicht antreten muss, sondern digital abbilden kann ist eine gute Reise“, sagt PD Dr. Dominik Pförringer, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Start-up-Mentor und VC-Berater in der Gründerszene. „Es gibt Plattformen, zum Beispiel für digitale Rehabilitation, die zunehmend akzeptiert und auch immer mehr verwendet werden. Aus meiner Sicht werden sich digital offene Unternehmen rascher weiterentwickeln und in Zukunft auch besser vorankommen, als Unternehmen, die sich solchen Themen gegenüber verschließen“, so Dr. Pförringer, der sich auch als Speaker auf dem diesjährigen virtuellen MedTech Summit vom 30. Juni bis 2. Juli 2020 engagiert.

Die Corona-Krise sorgt dafür, dass viele Menschen aus Angst vor Ansteckung nicht mehr zum Arzt gehen, sei es zur Vorsorge oder aufgrund akuter Beschwerden. So steigerte, laut Marktstudie Medizintechnik 2020, das Unternehmen Teleclinic, das Fernbehandlungen durch Ärzte per Telefon- und Videogespräch anbietet, seit Beginn der Corona Krise die Zahl der Behandlungen um 250 Prozent. Bei dem Gesundheitsunternehmen KRY stieg die Zahl der Termine sogar um 350 Prozent. „Ich glaube, dass sich das Verhalten von Patienten und Patientinnen nicht nur langfristig ändern wird, sondern dass es sich bereits jetzt schon geändert hat“, kommentiert Veronika Schweighart, Mitgründerin des Start-ups Climedo Health. „Allerdings sind viele Menschen nach wie vor skeptisch, weil die Aufklärungsarbeit fehlt. Deshalb plädiere ich dafür, Vorurteile gegenüber digitalen Tools durch die richtige Kommunikation und ‚Abholung‘ aus dem Weg zu räumen.“

Climedo Health betreibt eine innovative cloudbasierte Plattform, die Medizintechnik-, Pharma- und Forschungsunternehmen bei der Beschleunigung und Digitalisierung ihrer klinischen Datenerhebung unterstützt.

2019 trat das Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG) und damit das Fast-Track-Verfahren für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) in Kraft. Das Gesetz ermöglicht, digitale Gesundheitsanwendungen durch die Krankenkasse erstattet zu bekommen. Fast-Track-Verfahren bedeutet, dass die Bewertungszeit für das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) drei Monate nach Eingang des Antrags beträgt. Jürgen Besser, Geschäftsführer des Start-ups MOIO, erhofft sich davon, dass die Bereitschaft von Patienten und Ärzteschaft digitale Anwendungen zu nutzen, wachsen wird. Die Corona-Krise scheint diesen Akzeptanzgewinn nun deutlich zu beschleunigen.

MOIO steht für ein flexibles Sensormodul, das von Pflegebedürftigen wie ein Pflaster am Rücken getragen wird, Bewegungen wahrnimmt und diese selbständig interpretiert. So erkennt das Modul, wie lange ein Patient liegt, geht, ob er gestürzt ist und vieles mehr.

Die Start-up-Szene rückt durch die Krise näher zusammen

Während die Krise für junge Unternehmen mit digitalen Healthcare-Angeboten einerseits eine Chance darstellt, trifft Corona die Start-up-Szene dennoch hart. Die Unternehmen stehen erst am Anfang, müssen sich noch etablieren und verfügen in der Regel nicht über umfangreiche Rücklagen. Doch geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Es hilft, sich mit anderen Start-ups zu verbünden und gemeinsam gestärkt aus der Krise hervorzutreten: „Start-ups im Bereich der Pflege sind sowieso schon gut miteinander verbunden“, sagt Besser. „Da gab es vorher schon ein recht enges Netzwerk. Das besteht jetzt auch weiter und hat sich durch COVID-19 nicht negativ verändert.“ Auch Schweighart bestätigt den Zusammenhalt mit befreundeten Start-ups, die sich gegenseitig bei der Problembewältigung – zum Beispiel mit Tipps für das Homeoffice – helfen und durch die Krise virtuell noch weiter zusammenrücken.

Wirtschaftlich zahlt sich dieser Zusammenhalt nur bedingt aus. „Unternehmen wie wir sind auf frisches Kapital angewiesen, solange der Umsatz noch nicht ausreicht, um die Kosten zu tragen“, erklärt Besser. „Wir erleben im Privatinvestorenbereich aktuell eine sehr große Zurückhaltung, was Risikoinvestitionen in Start-ups angeht.“ Das bestätigt auch Pförringer: „Ich denke, wir werden in der jetzigen Zeit keine Corona App mit Einhorn-Potenzial haben. Einhorn-Potenzial definiert sich de facto als ökonomisches Potenzial. Eine Corona App soll nicht in erster Linie Geld verdienen, sondern sehr praktikabel sein“, so Pförringer. Und dieses ökonomische Potenzial sei im Moment nicht sichtbar. Dennoch kommt die Clairfield International MedTech Studie aus dem Mai 2020 zu dem Ergebnis: „Zunehmend interessieren sich aber auch ausländische VC Fonds für den deutschen Markt. Im Bereich Software, Wearables und Diagnostik mittels Big Data steigt die Zahl der Neugründungen.“

Digitale Treffen als Ersatz

Diese Kontakte zwischen Start-ups und Investoren – gleich ob institutionell oder privat – werden seit Jahren erfolgreich auf Netzwerk-Veranstaltungen, Pitch-Events oder in Businessplan-Wettbewerben geknüpft. So hat Jürgen Besser von MOIO seine Innovation in der Vergangenheit auf der MedtecLIVE mit MedTech Summit vorgestellt und war mit einem Stand präsent. Doch der Austausch auf Messen, Kongressen und Panels in der gewohnten Art und Weise – Händeschütteln, persönliche Gespräche, Interessensbekundungen nach Vorträgen – ist derzeit nicht möglich. Digitale Treffen müssen als Ersatz herhalten.

Jürgen Besser sieht diese Auswirkungen der aktuellen Situation gerade bei bestehenden Kontakten sogar sehr positiv. Veraltete Strukturen in der Pflegebranche brechen auf und Digitalisierung, mobiles Arbeiten und mobile Informationsverarbeitung nehmen enorm an Durchsetzung und Akzeptanz zu. Außerdem seien Kunden oder Investoren einfacher erreichbar, da sie nicht mehr ständig zu Meetings unterwegs sind. Neue Kontakte zu knüpfen könne allerdings eine größere Herausforderung darstellen.

Lebhaft und vertrauensvoll – auch das geht online

Schweighart hat ebenfalls positive Erfahrungen mit virtuellem Networking über Netzwerkveranstaltungen. „Es war toll zu sehen, wie der Spirit und die Dynamik im Chat übergequollen sind. Das hätte im echten Raum nicht besser stattfinden können“, betont sie. „Aus diesem Erlebnis heraus würde ich sagen, dass Netzwerken digital absolut möglich ist.“ Zugleich sieht sie das Thema Online-Netzwerken aus Sicht der Klima- und Ressourceneffizienz als Chance. „Wenn man den virtuellen Raum möglichst lebhaft gestaltet, kann das eine sehr flexible, kostengünstige und ressourcensparende Alternative sein. Mit einer guten Video- und Tonqualität und der Möglichkeit für Gespräche in kleineren Gruppen kann auch im Rahmen einer Online-Konferenz ein vertrautes Verhältnis aufgebaut werden.“

„Es werden nach wie vor physische Zusammenkünfte und Kongresse benötigt“, betont Pförringer. „Aber ich glaube, dass es immer mehr Hybridmodelle mit einer Kombination aus Präsenzveranstaltung und digitaler Einwahlmöglichkeit geben wird.“

Brücke in eine hybride Zukunft

Eine Brücke für die Branche hin zur nächsten physischen Zusammenkunft, darauf zielt auch das aktuelle Angebot der Fachmesse MedtecLIVE mit dem internationalen Kongress Medtech Summit ab: Vom 30. Juni bis 2. Juli finden die Veranstaltungen nicht wie gewohnt in der NürnbergMesse statt, sondern ausschließlich virtuell. „Unternehmen, Verbände und Institutionen der Branche vernetzen sich auf der MedtecLIVE, um Kontakte zu knüpfen, Ideen zu teilen und Innovationen zu schaffen", sagt Christopher Boss, Leiter der MedtecLIVE bei der NürnbergMesse. „Wir bringen Wissensvermittlung und Netzwerken auf einer einzigartigen digitalen Plattform zusammen.“ Und wenn 2021 dann wieder eine traditionelle Fachmesse mit integriertem Kongress in den Nürnberger Messehallen stattfindet, wird eine virtuelle Komponente sicher nicht fehlen.

Alle Informationen und die kostenfreie Registrierung zur Teilnahme an der virtuellen MedtecLIVE mit MedTech Summit finden Sie unter www.medteclive.com/de/virtuelles-event

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