23. - 25. Mai 2023 // Nürnberg, Germany

MedtecLIVE with T4M und MedtecSUMMIT Newsroom

Interview mit der velixX GmbH, Manfred Augstein, CEO

Manfred Augstein, CEO, velixX GmbH
Manfred Augstein, CEO, velixX GmbH // © Elmar Witt

MedtecLIVE with T4M: Die velixX GmbH ist ein Entwicklungs-Unternehmen der „next generation“ in der Medizintechnik – was bedeutet das und welche Themen sind dabei relevant?

Manfred Augstein: Wir sind Unternehmensberater, Technologieberater und auch Technologieentwickler, wir beraten bei Fragen zu technischer Umsetzbarkeit, Businessplänen und auch was die grundsätzliche Marktpositionierung betrifft. Besondere Bedeutung haben zulassungsrelevante Inhalte, mit der neuen IVDR oder der MDR. Dabei werden die Kunden beraten und unterstützt, sodass sie alles was sie brauchen auf den Tisch bekommen. Außerdem spielt auch Nachhaltigkeit eine Rolle: wie kann man bei Neuentwicklungen Abfälle minimieren und den CO2-Fußabdruck reduzieren, z.B. durch die Verwendung von alternativen Materialien oder die Miniaturisierung – dabei unterstützen wir aktiv.

MedtecLIVE with T4M: Wer sind Ihre Kunden? Start-ups, Global Player oder Mittelständler?
 

Manfred Augstein: Bei uns geht das Spektrum von Start-ups bis zu multinationalen Konzernen, da sind wir sehr breit aufgestellt. Wir machen erste Beratungen zu technischen Umsetzbarkeiten, prüfen Machbarkeiten, entwickeln Produkte, selbst für Global Player, die in gewissen Nischen Unterstützungsbedarf haben. Wir orientieren uns aber immer daran, wo es die größten technischen Probleme oder Herausforderungen gibt.

MedtecLIVE with T4M: Die velixX GmbH ist ein Unternehmensberater, Technologieberater und Technologieentwickler. Was gehört da denn alles dazu?

Manfred Augstein: Ja, da gehört sehr viel dazu und das alles ist als ein einziges Unternehmen kaum erfüllbar. Wir sehen uns da mehr als Spinne in einem Netz. Unser eigener Schwerpunkt liegt bei mikrosystemischen und mikrofluidischen Teilen. Für alles, was sich darüber hinaus ergibt, haben wir ein großes Netzwerk an kompetenten Partnern, die dann zum Beispiel Serienproduktion umsetzen können oder auch Software entwickeln. Mit diesem Netzwerk können wir schnell sehr flexible Teams zusammenbringen. Wir machen eine Systemanalyse, eine Problemanalyse und bieten dafür ein optimiertes Lösungskonzept an.

MedtecLIVE with T4M: Wie sieht so ein Beratungsprozess aus?

Manfred Augstein: Der typische Fall ist wie ein Projekt, das wir gerade gestartet haben. Das Unternehmen hat ein paar Erfinder, die sich für eine Idee ein Patent auf dem Papier geholt haben. Die kommen dann zu uns und sagen: ‚Könnt ihr euch das anschauen, ob das überhaupt möglich ist?‘ Und dann fängt das Projekt bei uns mit einer Anforderungsanalyse an: ‚was soll das Produkt können, welche Rahmenbedingungen gibt es und so weiter‘. Anschließend wird die Funktionsstruktur analysiert, um danach in ein bis zwei Workshops die kritischen Punkte zu analysieren. Es folgt eine technische Analyse; gibt es da schon Daten, was muss noch getan werden? Danach erfolgt eine detaillierte Planung zur Umsetzung der technischen Lösung.

Das sind dann Konzepte für Prototypen, die mit den entsprechenden Partnern im Netzwerk umgesetzt werden. Der Kunde kann bei uns sehr gut skalieren, wie umfassend wir das Projekt betreuen. Er kann das voll und ganz in unsere Hände legen und sagen ich will nur das Endprodukt sehen oder er gibt Teilaufgaben an uns ab. Das ist sehr flexibel und individuell. Manchmal kommen selbst Großkonzerne mit einem Produkt, das nahezu fertig ist, an dem jedoch noch Feinheiten optimiert werden müssen. Andere Kunden sagen ‚Hier ist unsere Idee, unser Wunsch, machen Sie mal‘. Wir orientieren uns immer daran, was der Kunde will oder braucht.

MedtecLIVE with T4M: Warum die Medizintechnik, was macht die Branche für die Unternehmensberatung so spannend?
 

Manfred Augstein: Diese Branche ist die spannendste überhaupt, weil sie wirklich einen immensen Nutzen für die Menschen bringt – ohne die Technik wäre die moderne Medizin heute nicht mehr denkbar. Auf der anderen Seite ist es technologisch superspannend, weil viele Disziplinen zusammentreffen, die Medizin, biochemische Prozesse, organische und medizinische Materialien, Optik und mikrosystemische Lösungen. Da kommen viele Elemente zusammen, was insbesondere die systemischen Schnittstellen sehr interessant macht – genau dort beraten wir.
 

MedtecLIVE with T4M: Was macht Ihr Unternehmen einzigartig?


Manfred Augstein: Dass wir mit unserem kleinen Team Komplexitäten angehen können, für die andere Unternehmen sehr große und komplexe Organisationen brauchen. Wir haben ein breites Wissen, Beratungskompetenzen und kompetente Partner. Wir arbeiten am liebsten an Projekten mit vielen Funktionen auf kleinstem Raum – das ist unser Spezialgebiet. Wir nehmen sehr unterschiedliche Perspektiven ein, arbeiten effizient, haben offene, gute Leute, die auch so gestrickt sind, dass sie kreativ und komplex denken. Das ist ein Learning aus meiner langjährigen Berufserfahrung.

MedtecLIVE with T4M: Was ist der Nutzen für die Gesellschaft?
 

Manfred Augstein: Im Regelfall helfen die Produkte, die wir entwickeln, bei einer schnelleren oder besseren Diagnose, insbesondere in unserem Schwerpunkt, der Point-of-Care Diagnostik. Wir wollen die Zuverlässigkeit und Qualität erhöhen und das immer verbunden mit dem Ziel, weniger Abfall zu erzeugen, Teile kleiner zu machen und nachhaltigere Produkte zu entwickeln.

MedtecLIVE with T4M: Wie sieht es mit dem Markt aus – wie wird er sich entwickeln?
 

Manfred Augstein: In diesem Markt steckt sehr viel Potenzial, da sich die Medizintechnik rasant weiterentwickelt. Die letzten zwei Jahre haben uns insbesondere gezeigt, dass wir noch agiler und schneller werden müssen, um so etwas wie Pandemien effizienter bewältigen zu können. Da haben wir aber eher gesetzliche Probleme als technische. Auch gibt es Nachholbedarf, z.B. bei der Digitalisierung oder bei den Schnittstellen zwischen Diagnose und Therapie. Wir haben gerade eine Zeit hinter uns, in der wir ein Jahr warten mussten, bis ausreichend COVID-19-Schnelltests verfügbar waren. So etwas darf nicht mehr passieren.
 

MedtecLIVE with T4M: Eine letzte Frage: Was ist ihr liebstes Projekt?

Manfred Augstein: Meine liebsten Projekte betreffen die Miniaturisierung und Beschleunigung der Schnell-Diagnostik, wir haben gerade ein Projekt, um Methanolvergiftungen schnell aufzudecken. Das wird viel zu wenig in der Welt berücksichtigt. Schnell vor Ort helfen, mit wenig Aufwand. Klar, könnte sein, dass das auch viel Neues erfordert. Aber das macht es gerade zu meinem Lieblingsprojekt.

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