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Siemens Healthineers investiert in neue Halbleiterfabrik in Forchheim

Siemens Healthineers baut an seinem Hauptsitz im mittelfränkischen Forchheim eine Fabrik zur Züchtung von Kristallen für die Halbleiterproduktion. Die Investitionssumme beträgt 80 Millionen Euro. Die Kristalle werden als Detektormaterial für die neueste Generation von Computertomographen verwendet.

„Wir haben uns bewusst für den Standort Forchheim entschieden. Hier bauen wir den weltweit ersten quantenzählenden Computertomographen Naeotom Alpha, dessen Nachfrage seit Markteinführung im Jahr 2021 aufgrund seiner hochauflösenden Bildgebung enorm gestiegen ist“, sagt André Hartung, Leiter Diagnostic Imaging bei Siemens Healthineers. Mit dem Neubau soll die Fertigungskapazität bei Kristallen deutlich gesteigert, Lieferengpässe sollen verhindert und Bauzeiten verkürzt werden. Auch die Forschung und Entwicklung für die komplexe Herstellung der Kristalle soll ausgebaut werden. Die Fabrik mit einer Nutzfläche von über 9.000 Quadratmetern geht voraussichtlich 2026 in Betrieb.

Herzstück des Naeotom Alpha ist ein neuer quantenzählender Detektor, dessen Detektionsschicht aus einem Cadmiumtellurid-Einkristall (CdTe) besteht. Konventionelle CT-Detektoren wandeln die Röntgenstrahlen in einem zweistufigen Prozess zunächst in sichtbares Licht, das anschließend von einem Lichtsensor detektiert wird und das endgültige Bild erzeugt. Durch diesen Zwischenschritt gehen nach Angaben von Siemens Informationen über die Energie der Röntgenstrahlen verloren und stehen nicht mehr zur Verfügung, um die Diagnose zu unterstützen. Der quantenzählende CT-Detektor wandelt die Röntgenphotonen direkt in vollständig digitale elektrische Signale um. Die Bilddaten bieten neue klinisch relevante Informationen und verbesserte Bildschärfe bei gleichzeitig geringerer Strahlenbelastung, so das Unternehmen.

Das neue Gebäude in Forchheim strebt die „LEED Platin“-Zertifizierung an und soll nachhaltig, CO2-neutral betrieben werden. So wird beispielsweise die Abwärme aus der Produktion genutzt, um die Gebäude zu heizen und eigener Strom mit einer 170kWp-Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt.